Jerusalem: das Reich der Unterwelt

Jerusalem: das Reich der Unterwelt

Jerusalem ist eine alte Stadt, aber die Straßen und Viertel, die wir heute sehen, sind immer noch ihr modernes Gesicht. Die "Kindheit und Jugend" der Stadt kann man nur tief unter der Erde, in archäologischen Ausgrabungen, sehen.

Auf dem Gelände der Ausgrabungen auf dem Tempelberg wurde das archäologische Reservat "Ofel" eingerichtet und das Davidson-Besucherzentrum eröffnet. Alles dort ist für Touristen durchdacht: Die Computertechnik "erweckt tote Steine zum Leben" und macht die archäologische Ausstellung sehr anschaulich. Ein interaktives virtuelles Modell der Stadt versetzt Sie in die Zeit vor Christi Geburt. Außerdem werden Ihnen die Filme "Pilgrim's Diary" und "Excavation Diary" (in High-Definition-Technik) gezeigt.

Übrigens ist der 3D-Film "Time Lift" auch im Beit Agron in der Hillel Street 37 zu sehen. Er wird in Dutzende von Sprachen synchronisiert. Der Film vermittelt ein absolut realistisches Gefühl des Dabeiseins (Wassertropfen auf der Haut, das Schaukeln des Bootes usw.). In 40 Minuten werden Sie in die Geschichte des Heiligen Landes, Jerusalems und der Anfänge des Christentums und des Islam entführt.

Im Ophel-Reservat können Sie die rituellen Waschbecken (Mikwe auf Hebräisch) erkunden. Jeder, der zum Tempel geht, muss sich hier den Staub von der Straße gewaschen haben. Von Interesse sind die ausgegrabenen Ruinen von Häusern aus der byzantinischen Zeit und die Paläste der Umayyaden-Dynastie.

Am Hang des Berges Zion befinden sich die ältesten Ausgrabungen der Welt. Hier, auf diesem Hügel, verlegte König David vor mehreren Jahrtausenden seine Hauptstadt in die Stadt Jerusalem. Dieser Ort wird die Stadt Davids genannt. Sein Sohn Salomo baute später in der Nähe den ersten Tempel. Hier befindet sich auch ein archäologisches Reservat. Das Besucherzentrum des Reservats bietet Führungen durch die unterirdischen Ausgrabungen der Davidsstadt an. Hier haben sich viele der Ereignisse der biblischen Geschichte abgespielt. Hier, in diesen Festungen und Gängen, wurde bei der in der Bibel beschriebenen Erstürmung der alten Stadt durch David Blut vergossen. Touristen werden die berühmte Gihon-Quelle sehen. In der Nähe dieser Quelle wurde Salomo zum Königtum gesalbt. Die Gihon-Quelle versorgte Jerusalem vor mehr als 40 Jahrhunderten mit Wasser. Von der Quelle wurde vor 2700 Jahren ein Tunnel gegraben - ein geheimes Wasserversorgungssystem für die Stadt. Die Mutigsten können mit einer Laterne hindurchgehen.

Die Stadt David ist wahrscheinlich der einzige Ort auf der Welt, dessen Reiseführer die Bibel ist. Die Aussichtsplattform in der Stadt David bietet einen Blick auf das Kidrontal.

Jerusalem war im Altertum von Bergen umgeben (Zion, Tempelberg, Ölberg, Abu Tor), zwischen denen jeweils die Täler lagen. Die Stadt König Davids scheint das Kidrontal (Joschafat) zu überragen. Das Tal wurde nach dem Bach Kidron benannt, was "dunkel, düster" bedeutet. In diesem Tal werden nach dem Alten Testament die Posaunen der Erzengel ertönen und das Jüngste Gericht beginnen. Dieses Tal ist daher ein heiliger Ort für Gläubige dreier Religionen: Christen, Muslime und Juden. Seine Hänge sind übersät mit meterhohen Gräbern und Gruften.

Hier befinden sich die Gräber von Davids Sohn Absalom, dem Propheten Zacharias, Jakobus, dem Bruder Jesu, und König Joschafat von Judäa.

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